Irans Beitrag zur Weltzivilisation

Sonderausgabe
anlässlich des 10-jährigen Bestehens des VINI

Die vorliegende Sonderausgabe der Gahname , die anlässlich des 10-jährigen Bestehens des VINI erscheint, widmet sich ausschließlich der Entwicklung der Ingenieur- und Naturwissenschaften im Iran seit Anbeginn der Geschichte bis heute, und zwar mit der Absicht, den Beitrag der Iraner zur Weltzivilisation ins rechte Licht zu rücken. Es bedarf jedoch keiner besonderen Erwähnung, dass dieses Ziel angesichts der Fülle der Themen und des beschränkten Umfangs dieser Ausgabe nicht mit der gewünschten Vollständigkeit erreicht werden kann. Vielmehr muss sich die Darstellung auf nur einige Highlights aus dem antiken und dem islamischen Persien beschränken.

Im alten Persien, das im Wesentlichen von drei iranischen Dynastien, den Achämeniden (559-530 v. Chr.), den Parthern (247 v. Chr.-226 n. Chr.) und den Sassaniden (226-651 n. Chr.) beherrscht wurde, waren es vorwiegend iranische Baumeister und Ingenieure, die bei der unterirdischen Wasserversorgung des Reiches, beim Straßen- und Brückenbau und in der Architektur beachtliche Leistungen hervorbrachten.

Nach der Eroberung Irans durch die muslimischen Heere wurde das Land zum Spielball des Machtinteresses zahlreicher einheimischer und fremder Dynastien, die sich gegenseitig erbarmungslos bekämpften. Zu ihnen gehörten u. a. die Taheriden (821-873), Saffariden (867-911), Samaniden (829-999), Buyiden (932-1060), Ghaznawiden (977-1186), Selschuken (1040-1194), Il-Khaniden (1256-1336) und Timuriden (1370-1506). Auch während dieser turbulenten Jahrhunderte gelang es den iranischen Astonomen, Mathematikern, Ingenieuren und Baumeistern, allen Widrigkeiten zum Trotz, Hervorragendes auf ihren Fachgebieten zu leisteten. Endlich gelang es zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Safawiden, das Land weitestgehend von fremder Herrschaft zu befreien und eine starke Zentralmacht zu etablieren, die von relativ langer Dauer (1501-1732) war. Während dieser Zeit erlangte insbesondere die Architektur ihre Blütezeit.

Auf Nachfrage und Anregung der Gahname -Redaktion erklärten sich viele der angesprochenen Autorinnen und Autoren bereit, über den zivilisatorischen Beitrag Irans zur Weltkultur zu berichten. So erreichten die Redaktion Aufsätze aus dem Iran (Teheran, Isfahan), Österreich (Wien, Graz) und Deutschland (Berlin, Düsseldorf), die chronologisch in diesem Heft zusammengestellt wurden. Diesen Autoren gilt der aufrichtige Dank der Redaktion. In wenigen Fällen wurden auch unter Angabe von Quellen Artikel in diesen Band aufgenommen, die vor geraumer Zeit veröffentlicht wurden und daher den meisten Lesern dieser Ausgabe nicht zugänglich sind. Ein Beispiel dieser Art ist der Artikel The Qanats of Iran von H. E. Wulff, der 1968 in Scientific American publiziert wurde.

Prof. Dr. N. Kanani