Bauten im Laufe der Zeit

Nahrung und ein Dach über den Kopf sind von Anfang an neben der Bekleidung die wichtigsten Elemente der menschlichen Existenz. Das Heim hat eine klare Definition und Bedeutung. Ob Iglu, Zelt, Haus, Wohnung oder aber auch die gigantischen Gebäude, in denen wir Menschen beherbergen, haben alle eine Gemeinsamkeit. Man ist in seine „Vierwänden“. Über diese elementaren Bedürfnisse hinaus sind im Laufe der Zeit Gebäudearten entwickelt und gebaut worden, die unseren Aktivitäten und gesellschaftlichen Verpflichtungen Raum bieten. Für unsere Freizeit haben wir Menschen diverse Objekte geschaffen. Das Spektrum reicht vom Büro, Fabrikhäusern bis hin zu Hotels, Flughäfen, Brücken und vielem mehr.

In der Tierwelt ist die Erfüllung dieser Bedürfnisse völlig anders als bei Menschen. Während sich die Tiere den Umweltbedingungen angepasst haben und die natürlichen Ressourcen verschonen, betrachten wir Menschen die Natur zu unserem Nutzen; so war es schon beim römischen Reich als eine der ersten Kulturen, die diesen Standpunkt vertrat und so ist es heute nicht viel anders. Diese Sichtweise hatte zur Folge, dass die Dominanz des Staates verantwortungslos und ohne Rücksicht auf die Natur seine Ziele, die meistens auf territorialen Vorteilen und Prestige beruhten, gnadenlos verwirklichte. Dabei waren im Laufe der Jahrhunderte Religion und Glaube Impulsgeber und übten gewaltigen Einfluss auf die Gestaltung und Richtungsgebung der Bauten und deren Bedeutung aus. Die monomentalen, historisch und nachhaltigen Bauwerke, wie die Pyramiden, Tempel, Moscheen, Kathedralen, Paläste usw., die wir heute mit Erstaunen bewundern, wären ohne solch verantwortungsloses Verhalten gegenüber der Natur kaum vorstellbar.

Auch heute, in dieser Modernen Zeit, bewundern wir dank eines hervorragenden Entwicklungsstandes der industriellen Technologien und der damit verbundenen Digitalisierung, bemerkenswerte Bauwerke. Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob die Natur über eine Bodenbelegung in Form von Betonieren, bzw. Straßen- und Tunnelbau, Schienenverlegung usw. oder aber durch Abtragen von Bodenschätzen (wie z. B. Quarzsand, Silizium, Elemente für Leicht- und Hyperleichtbau usw. für Bausubstanz und Fassaden) ausgebeutet wird. Bei diesen Umwälzungen ist es diesmal -im Gegenteil zu früheren Zeiten- die Prävalenz des Kapitals, die die Natur zum Nutzen und zur Verwirklichung seiner Projekte zwingt. Im Ergebnis bewirken diese beiden Formen relativ gleiche Resultate, die noch von einem ökologischen Bauen entfernt sind.

Gerade jetzt angesichts der demographischen Entwicklung benötigen wir immer mehr Bauten und Raum für unser Dasein. Daraus sollte sich für uns eine Selbstverständlichkeit ergeben, dass wir uns umso mehr verpflichtet fühlen sollten, intensiver auf die Natur, Umwelt und unsere Ressourcen Rücksicht zu nehmen.

Manche Bauwerke haben eine ganz spezielle Bedeutung, entweder aus historisch-kultureller oder politisch-gesellschaftlicher Sicht. Das Ziel dieses Buchs ist es exemplarisch ein paar von diesen Projekten in Berlin, Nürnberg oder in Teheran bzw. Toronto in einen besonderen Fokus zu bringen, zu präsentieren und vor allem auf die geschichtliche Dimension des Bauens, in dem Beitrag „die Geschichte der Statik und Baustatik im Spiegel der wissenschaftlichen Kontroversen“ einzugehen. Als eine Warnung für uns Menschen ist der Artikel „Das Iranische Hochplateau und die Erdbebenproblematik“ anzusehen.

Die sehr speziellen Beiträge „Die Vergütung von ins öffentliche Netz eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland – Grundlagen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG)“ sowie „Rechtliche Rahmenbedingungen für die Errichtung von Biomasseanlagen“ sollen konkrete Anwendungen aus rechtlicher bzw. kommerziellen Sicht für den Umweltschutz zeigen.

Seied Nasseri, Ahmad Ahgary